Personalabbau bei EWE TEL mindert Qualität der Hotline
Mitte Januar erhielten 13 Support-Mitarbeiter von EWE TEL die Mitteilung, dass ihre Jahresverträge im März und April auslaufen würden. Suppenkasper berichtete in der Bürger-Zeitung am 10. Februar darüber; der Artikel wurde wieder entfernt. Der telefonische Kundensupport soll größtenteils an die Oldenburger Callcenterfirma TeleTeam abgegeben werden. Zwar wurde den Betroffenen eine Weiterbeschäftigung bei TeleTeam in Aussicht gestellt – für 25 % weniger Bruttogehalt. Wie sich jedoch inzwischen herausstellte, will das Callcenter keinen einzigen der qualifizierten und erfahrenen EWE-TEL-Leute einstellen, sondern hat bereits Personal von woanders rekrutiert. Dabei soll es sich um vom Arbeitsamt bezuschusste Kräfte handeln, die z. T. ohne einschlägige Berufspraxis sind. Wie so häufig in der New Economy scheint man hier mehr Wert auf Kostenniedrigkeit zu legen, als auf Qualität. Für die Internet-Kunden von EWE TEL dürfte sich dies negativ auswirken, wenn sie telefonische Hilfe beim Surfen und Mailen benötigen.
EWE TEL selber bestreitet indes, dass es sich bei dieser Maßnahme um ein Outsourcing handelt. Vielmehr sei für die Betroffenen nicht mehr genügend Arbeit vorhanden. U. a. deshalb, weil die Hotlinegebühr (bisher 0,14 EUR/Min.) erhöht werden solle. Andererseits wird von einer teureren Hotline naturgemäß auch höhere Beratungsqualität erwartet. Wie sich dies mit den minderqualifizierten Neuerwerbungen verträgt, bleibt unerklärlich. Und diese Gebührenerhöhung wurde in den letzten Tagen bereits wieder fallen gelassen. Damit fällt der angebliche Hauptgrund für den Personalabbau quasi weg, was für EWE TEL Anlass für eine Kursänderung sein sollte.
Aktualisiert am 7. März 2009

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» 13 Kommentare
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Ich bin zwar nicht selber davon betroffen, aber ein Bekannter von mir, deswegen habe ich dieses Thema auch interessiert beobachtet.
Ich kann die Leute und ihren Unmut gegen die EWE TEL schon verstehen.
Erst Weihnachten habe ich meinen Bekannten gefragt wie es aussieht mit seinen Vertrag bei der EWE, da meinte er nur das er von seinen Team oder Schichtleiter erfahren hat, das er sich darüber keine sorgen machen braucht.
Ich finde es auch schon Skandalös das die EWE TEL erst Jahrelang Mitarbeiter über Zeitarbeit beschäftig und dann wenn sie angestellt wurden so eiskalt und kurzfristig aus den Betrieb wirft. Aber leider sind so die Gesetzte und jeder Firma nutzt sie natürlich eiskalt aus. Musste es auch selber schon mal so erfahren.
Aber von der EWE hätte ich sowas nicht gedacht. Besonders weil sie ja erst vor Kurzen 2 große Aufträge von Land Niedersachsen bekommen hat.
Ich finde diese plötzliche Abkanzlung der Mitarbeiter nicht grade fair und es macht irgendwo den Anschein einer schnellen Umstrukturierung auf billige Callcenter.
Es gibt viele Firmen die für diesen “billigen und unqualifizierten” Service Callcenter im Ausland nutzen, wo die Löhne gering und die Mitarbeiter Alles tun, um den Job zu behalten, aber ich schweife langsam ab.
Dieser Support wird zumindest nicht ins Ausland abgeschoben, dennoch ist die promte Kündigung / Arbeiterfreisetzung eine unglaublich dreißte Aktion. Die mittlerweile gut bis sehr guten Mitarbeiter haben sich ihren Wissensstand erarbeitet und leisten soliden Support, den man in meinen Augen auch mit wenigen Cents in der Minuten als Hotline Gebühr zahlen kann… heute kosten (fast) alle seriösen Hotlines mit guten Leistungen zwischen 14cent und 2,45€ in der Minute, das ist kein Beinbruch, als o Leute behalten und nicht nach einer billigen Alternative suchen, bei der man sich selber ins Knie schießt und sich auf kurz oder lang selber sein Grab schaufelt.
Peinlich finde ich zudem noch das die freigesetzten Mitarbeiter nicht übernommen werden vom neuen Support, diese Mitarbeiter wäre nützlich und ein Grundstein, aber die Ewe Tel wird sicher ihre Quittung bekommen.
So war es bisher bei allen Firmen, die versucht haben beim Support Geld zu sparen..
Ja, da dürfte es bald düster aussehen, für Kunden wie für Mitarbeiter. Die EWE ist auf Profit aus, und der ist im Telekommunikationsgeschäft nur noch auf Kosten von Service und Mitarbeitern zu holen. Darüber wurde übrigens auch überregional berichtet, was die EWE sehr geärgert hat (ich war auf einer Mitarbeiterversammlung, da wurde dieser Artikel erwähnt). Öffentlichkeit schmerzt die sehr…
http://www.taz.de/1/archiv/print-archiv/printressorts/digi-artikel/?ressort=na&dig=2009%2F02%2F16%2Fa0150&cHash=d50ef39dae
@oldenburg78 schrieb:
“Aber leider sind so die Gesetzte und jeder Firma nutzt sie natürlich eiskalt aus.”***
Da kann ja denn wohl was mit den Gesetzen nicht stimmen.
Die Mehrheit in Deutschland wäre dagegen und trotzdem wirds gemacht!
Die Oldenburger Politiker haben diesbezüglich eine große Verantwortung und sie tragen auf alle Fälle die indirekte Mitschuld an diesen Entlassungen und Auslagerungen.
Man sollte bei der Wahl daran denken, wer aus der Oldenburger Politik einen zumindest unterstützt hat.
Alle diese Entlassungen müssen zurückgenommen werden, es gibt schließlich keinen Arbeitsmangel und am Hungertuch nagt der EWE-Konzern auch nicht.
Bestimmt sollte die Politik der Stadt Oldenburg ihre politische Praxis zu den Leitungsrechten, die ja für die EWE 2011 auslaufen demnächst einmal überdenken und diese Rechte vielleicht in städtischer Eigenregie behalten, um den Wettbewerb zu stärken und dann nur noch Verträge abzuschließen, die solche SCHWEINEREIEN unterbinden!
Hierzu sollten die Oldenburger Bürger im Rahmen der Bürgerbeteiligung unbedingt aktiv werden!
Mit freundlichen Grüßen
Hans-Dieter Wege
.. und so wird die aktuelle Situation auf dem Arbeitsmarkt ausgenutzt.
Legitim aber äußerst unmoralisch.
Wie hoch sind hier die Bonifikationen?
Diese Misere hat natürlich noch mehr Schuldige. Die Geiz-ist-geil-Mentalität vieler Bürger hat dazu beigetragen, dass viele Anbieter (nun auch noch Lebensmittelketten)sich mit den Angeboten überschlagen haben und noch weiter werden; auf Kosten Mitarbeiter (Niedriglohn, Outsourcing, Schuften bis zum Umfallen) oder der Technik (z. B. marode Leitungen, defekte Hardware). Schon jetzt lässt sich erkennen, dass die Qualität vieler Angebote dermaßen runtergegangen ist, dass viele nicht mehr lange Jahre Freude an der Sache besitzen werden. Immer noch einen Cent günstiger bleiben als der andere; dass ist die Devise der Anbieter. Kaum einer der Kunden macht sich aber Gedanken, wo dann später eingespart wird. Es wird sich dann aber meist beschwert, wenn es dann schon wieder zu spät ist. Das nutzen die Anbieter wiederum aber geschickt aus und haben die Kunden schon vertraglich mehrere Jahre an sich gebunden, so dass ein Wechsel nicht mehr so einfach möglich ist. Eine perverse Verkettung dieser ganzen Umstände.
Ich mag nur hoffen, dass viele langsam aus ihrem Dornröschenschlaf aufwachen und dass endlich einmal begreifen und Taten folgen lassen….
Von mir ein klares Nein zu dieser abartigen Wirtschaftspolitik und den Fingerzeig auf Mitbürger, die nur ihre Augen, Ohren und den Mund verschließen und damit nur weiter dazu beitragen, dass sich nichts verändern wird.
Ich finde diese Diskussion sehr schade, da sie auf subjektiven Meinungen beruht und nicht die Wahrheit widerspiegelt. Mein Bekannter gehört zu den Leuten, die -wie von Ihnen behauptet - vom Arbeitsamt bezuschusst werden. Das ist eine bloße Behauptung. Alle Mitarbeiter die dort sind, sind nicht “irgendwo rekrutiert” worden. Stattdessen haben sie sich ganz klassisch beworben. Mein Bekannter hat jahrelange Erfahrung in Call-Centern gesammelt und hat ein hohen Bildungsabschluss. Somit ist alles, was Sie berichten, wirklich eine persönliche Meinung, die sich nicht durch Fakten belegen lässt. Das finde ich sehr traurig, denn Sie machen allen Lesern somit ein negatives Bild von den Menschen, die wirklich qualifiziert für den Beruf sind und dort arbeiten möchten. Stattdessen sollten Sie Ihnen doch erst ein mal eine Chance geben, anstatt sie von vorne rein zu verurteilen.
@ Stefan!
Fakt ist, das sich Mitarbeiter der EWE beworben haben, aber leider nicht genommen wurden. Wie ich es aus den Artikel entnehme.
Da musst wohl zugeben, das die Leute am besten für den Job geeignet sind? oder? Die könnten gleich ohne Schulung oder Einlaufzeit weiterarbeiten.
Na klar, freue ich mich für den bekannten das er ein Job gefunden hat. Aber die frage ist wieso wurden die Mitarbeiter nicht genommen? Ob die neuen Arbeitsamt Zuschüsse bekommen, keine Ahnung? Aber irgendein Grund wird es geben.
Aber dein Bekannter würde doch auch wohl lieber direkt bei der EWE arbeiten als in einen externen Call Center? Ich kenn mich mit vielen dieser Call Centern aus und ich weiß das man da sogar zum Pingeln eine Pause nehmen muss und über alles eine Statistik geführt wird.
Ich glaube den Mitarbeitern geht es nicht so sehr um die neuen Mitarbeiter. Ich vermute die sind traurig das sie durch billigere Arbeitskräfte entlassen wurden und 25% weniger Gehalt ist schon was heutzutage.
Ich hät der EWE so eine Personalpolitik auch nicht zugetraut.
@ Oldenburg
Fakt ist sicherlich, dass sich dort Leute beworben haben. Aber Sie wissen sicherlich nicht wie Sie sich dort beworben haben. Wissen Sie, wie die Bewerbung aussah? Wissen Sie, wie sie sich im Vorstellungsgespräch gegeben haben. Ich kann mir auch gut vorstellen, dass bei den bisherigen Mitarbeitern die Motivation in der Sache nicht so hoch war (die Gründe, wie 25% weniger Bruttogehalt etc wurden hier schon genannt und sind in meinen Augen auch nachvollziehbar).
Aber einfach einen Artikel zu schreiben, der fern von jeglicher Objektivität ist finde ich nicht angemessen.
Allein die Überschrift “Personalabbau bei EWE TEL mindert Qualität der Hotline” ist eine reine Mutmaßung. Diese Aussage beinhaltet doch schon, dass die neuen Supportmitarbeiter nicht an die “Alten” heranreichen. Das dort Leute ohne eigenes Verschulden in ein schlechtes Licht gerückt werden finde ich unfair und hat auch in keinster Weise etwas mit Journalismus zu tun. Es ist in keinster Weise bewiesen, dass sich die Hotlinequalität verschlechtert. Ich kann Ihnen gerne noch weitere Belege für die Hetze in dem Artikel geben.
Für derartige, in weiten Teilen, unsachliche Kritik ist ein Medium, welches sich Zeitung nennt sicherlich das Falsche.
Zusätzlich kann ich noch sagen, dass mein Bekannter bisher nur positives von seinem neuen Arbeitgeber erzählt hat und wie gesagt, er hat Erfahrung in solchen Dingen.
@Stefan Lindstedt!
Ich möchte hiermit in keinster Weise, weder die Qualität der bisherigen Mitarbeiter noch die Qualität der eventuellen neuen Mitarbeiter anzweifeln.
Aber der entscheidende Punkt ist doch, dass die neuen Mitarbeiter zu einem 25 % niedrigeren Gehalt eingestellt werden und vielleicht ja auch nur befristet.
Was ist, wenn die nächsten Arbeitnehmer bei der Firma anklopfen und sagen: “Hallo Chef, ich arbeite noch einmal 10 oder 20 % billiger!”
Und ganz genau so etwas gilt es zu verhindern. Und das können die Mitarbeiter nur erreichen, wenn sie sich untereinander solidarisch verhalten und wenn die Mitbestimmungsgesetze verbessert werden.
Und dafür sollten die Mitarbeiter kämpfen, denn ansonsten kann es zu einer Schraube ohne Ende werden.
Und Angst vorm Verlust des Arbeitsplatzes dürfte hierbei der schlechteste Ratgeber sein.
Denn genau darauf bauen doch viele Firmen ihre Strategien für ihr miserables Verhalten auf!
Anhand dieser Diskussion lässt sich gut erkennen, wie weit ein Arbeiter mit sich spielen lässt. Anstatt gute, menschenwürdige /familienfreundliche/ Löhne zu erhalten oder zu verlangen, ist man mittlerweile nur noch froh, überhaupt einen Job zu bekommen und teilweise freut man sich sogar auch darüber. Ja, man ist sogar mittlerweile froh in diesen verfluchten Call-Centern arbeiten zu dürfen, besser gesagt sich dort zu versklaven. Vielleicht auch wieder alten Omis Verträge andrehen, welche sie nicht brauchen. Traurig aber wahr.
Solange man der Spielball der Unternehmen und Politik bleibt und sich damit auch noch zufrieden gibt, wird sich leider nichts ändern. Schuld ist allein der dumme Bürger, der dies nicht verstehen will oder verändern möchte.
Was bin ich froh, dass es Gewerkschaften gibt, da Betriebsräte auch eher mit dem Chef einen trinken gehen, als sich vorzuwagen. Ich werde daher auch die “Linke” wählen! Nicht weil ich ein Fan von denen bin. Nein, die sind die einzig Arbeitnehmerfreundlichsten. Und wer jetzt wieder von den alten Kamellen DDR & Co. anfangen will. Haben wir jetzt etwa eine richtige Demokratie oder Gerechtigkeit für den Bürger in diesem Land? HartzIV, ungerechte Steuern, raffgierige Manager und Bankster, Lohndumping & Co., während Milliarden verzockt werden, die normalerweise anderen gehören, Mord und Totschlag auf den Straßen, lasche Gesetze. Ich sage nein zu diesen Ungerechtigkeiten!
jetzt ist es wieder soweit. UND? Die Belegschaft unternimmt nichts. Schwaches Bild. Haben es dann auch wohl nicht anders verdient!
noch immer lassen sich die Schafe weiter zur Schlachtbank führen. Sind die Mitarbeiter jetzt zum Teleteam gewechselt? Für einen Hungerlohn etwa? Call-Center verbessern in keinster Form meine Kundenzufriedenheit. Warum auch. Wer netto nicht mal mehr 1500 in der Tasche hat, kann davon auch nicht leben wollen. Ich wollte auch erst wechseln; so aber nicht mehr!