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Muss ich meinen Arzt fürchten?

09.03.2009, Beitrag von Xenophon

Zu meinen Vergnügungen, die ich mir leiste, gehört sonntags ein Blick in die Talkshow der Anneliese Möchtegern, die oft ganz amüsant ist, mir aber gestern Angst machte. Da drohte nämlich der Vertreter der Ärzteschaft, vor der Bundestagswahl alle Arztpraxen flächendeckend und offensichtlich langfristig zu schließen. Nun leide ich an hohem Blutdruck und muss regelmäßig eine ziemlich hohe Dosis von Betablockern einnehmen. Wenn mir jedoch meine Medikamente ausgehen sollten, mir aber kein Arzt ein neues Rezept aushändigt, bin ich vermutlich innerhalb von, sagen wir, einer Woche, wenn ich Glück habe, tot, oder aber für den Rest meines Lebens ein Fall für die Pflegestation. Und genau so geht es vielen Herzkranken oder Zuckerkranken und Anderen. Ich frage die Oldenburger Ärztekammer auf diesem Wege: Will sie in der Tat bei der Durchsetzung ihrer - übrigens unverschämten - Forderungen über Leichen gehen?  

Unverschämt?

Nun, in der Sendung wurde einer der demonstrierenden Ärzte gefragt, wieviel er denn im Monat verdiene. Antwort: Das wisse er nicht, denn die Finanzen regele seine Frau. Frage: Welcher Hartz-IV-Empfänger würde wohl eine solche Antwort geben? Nagen Ärzte, die nicht wissen, wieviel Geld sie monatlich zur Verfügung haben, so am Hungertuch, dass sie ihre Patienten erpressen müssen, um noch satt zu werden? Ich schlage vor, dass das Rote Kreuz eine Straßensammlung für notleidende Ärzte veranstaltet, die nicht wissen, wie hoch ihr Einkommen ist.  Und die Realität? Ich erinnere mich an einen gemütlichen Abend in Nordenham, in dessen Verlauf ein anwesender Arzt gefragt wurde, weshalb er diesen Job gewählt habe. Seine Antwort: “Das will ich Ihnen sagen - weil es keinen Beruf gibt, in dem man mit so wenig Arbeit so schnell reich werden kann.”  Nun gebe ich zu: wir waren alle ziemlich besoffen - deshalb wohl dieser seltene Anfall der Ehrlichkeit.

www.klausdede.de

Klaus Dede

 

 

Aktualisiert am 9. März 2009

[Ø 3.56]
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6 Kommentare zu “Muss ich meinen Arzt fürchten?”

  1. 1 Michael - 10. März 2009 um 07:52 Uhr

    Was bekommt ein Arzt im Quartal für einen Patienten? – 30 bis 40 Euro glaube ich letztens noch vernommen zu haben. Die Masse macht da ein Ganzes und auf den einzelnen Patienten verteilt; ein Hungerlohn – jedoch bestimmt auch nicht Existenzgefährdend. In diesem Fall ist es das Pech für den Patienten – jeder muss für seine Sache ein- und geradestehen. Wenn uns etwas nicht gefällt, dann demonstrieren wir auch und legen unsere Arbeit nieder. Wenn beispielsweise ein Jugendzentrum sein Budget nicht aufbraucht, bekommt es im nächsten Jahr weniger Geld, gibt man einmal nach, gibt man auch das nächste Mal nach. In anderen Berufen fragt man auch nicht nach den Verdienst, sondern nimmt es so hin. Mein Kollege ist Programmierer und weis tatsächlich nicht wieviel Geld er monatlich verdient. Obwohl er noch viel weniger für eine kleine Dienstleistung arbeitet wie ein Arzt, sehe ich an seiner Villa und den vielen großen Autos in seinen Garagen, das er mehr verdient – da beklagt sich auch Niemand, das Programme für den Computer so teuer sind. Eine ganz normale Dienstleistung; ob nun Arzt oder Programmierer. Man brauch nicht Krankenversichert zu sein – jeder darf die Dienstleistung beim Arzt auch selber bezahlen und dann wird man auch sein Rezept erhalten, auch wenn man an Herzinsuffizienz leidet. Da liegt der Fehler bei den Krankenkassen, die jedes Jahr weniger bezahlen möchten und nicht bei den Ärzten, die sich jedes Jahr damit abfinden müssen, dass es immer weniger Geld gibt. Wo liegt Ihre Sympathie, Herr Dede?

  2. 2 Kannitverstan - 10. März 2009 um 09:15 Uhr

    Ich fürchte meinen Dokter nicht, ich meide ihn!

  3. 3 Klaus Dede - 10. März 2009 um 09:36 Uhr

    Gut, dann schaffen wir die Krankenversicherungen ab, wie das im 19. Jahrhundert der Fall war und überlassen die 98 Prozent der Bevölkerung, die dann i hren Krebs nicht bezahlen können, ihrem Schicksal. Das kann man so machen - nur werden dann immer noch einige Mediziner fürstlich verdienen, die anderen aber nichts mehr - und eine einschlägige Forschung wird es auch nicht mehr geben, weil die sich nicht lohnt und das merken dann auch die Millionäre. Im Übrigen: Wennjemand einen Hungerlohn erhielte, dann müsste es ja Ärzte gebemm die hungern - und die zeige man mir mal. Einen solchen Blödsinn vertritt nicht einmal die FDP. Und den Arzt meiden? Das kann man tun, wenn man jung und gesund ist - und sonst? Es bleibt dabei, wenn Ärzte, um ihre wahrscheinlich überzogenen Honorare zu retten, ihre Patienten in Geiselhaft nehmen, dann wird es Zeit, dass diese gegen ein solches durch udnn durch unsittliches Verfahren der höchst überflüssigenund schädlichen Ärztekammern protestieren. dd

  4. 4 Suppenkasper - 10. März 2009 um 10:27 Uhr

    Lieber Klaus Dede!
    Eines der angeblichen Ziele dieser Regierung war der Bürokratieabbau! Ich bin da ganz Deiner Meinung, die Ärztekammern in dieser Form gehören abgeschafft.
    Und durch die gleichen Krankenkassenbeiträge, die man lt. Gesetz jetzt überall bezahlen muss, scheint auch die Notwendigkeit unzähliger verschiederner Krankenkassen mit all ihren Vorständen und Geschäftsführern nicht mehr notwendig. Und bei der Pharmaindustrie sollte eine vernünftige Regierung noch genauer hinsehen. Viele Medikamente dürften total überteuert sein. Beim so genannten kleinen Mann wird immer nur gespart, hier muss sich endlich mal was ändern, aber wann werden die Menschen hier im Land dieses endlich begreifen und beginnen sich gemeinsam zu wehren?

    Beste Grüße
    Hans-Dieter Wege

  5. 5 Michael - 10. März 2009 um 11:51 Uhr

    Ihren Krebs nicht bezahlen können? – Diese Menschen sollen ihren Krebs nicht bezahlen, sondern ihn heilen bzw. gänzlich meiden - aber das trifft es schon auf den Punkt. Sich gemeinsam wehren - das Wort „Gemeinsam“ ist das Unwort des Jahres und wird von unseren Politiker immer schön als Honig für unsere Mäuler benutzt. Sie Herr Dede, ver(schreiben) genau wie ein Arzt nur etwas gegen die Symptome einer Krankheit, also eines Problems, jedoch nichts gegen die Ursache. Im Übrigen finde ich es selbstverständlich auch nicht gut, das kranke Menschen unter solchen Aktionen leiden müssen – soviel liegt klar auf der Hand. Auf der anderen Seite halte ich solche Diskussionen für überflüssig, da sie ganz einfach zu oberflächlich sind und nur eine Reaktion auf eine Aktion, oder andersrum, darstellen. Die Ärztekammer? - Vielleicht ist es auch nur eine perfide Art uns von einem anderen Problem ab zu lenken? - Ich weis es nicht GENAU! Jedoch würde ein richtiger Journalist, wenn er sich denn für ein solches Thema interessiert, ausführlich und ohne Wertung darüber berichten. Fakten braucht diese Welt – Fakten um selber wieder denken zu können; denn Meinungen hören und sehen wir jeden Tag in der Presse. Fangen wir mit der Frage an: Warum gibt es das Problem? – Und fangen Sie ruhig mit der Ursache an und nicht bei den Symptomen, denn dadurch verschwindet die Krankheit nicht.

  6. 6 Klaus Dede - 10. März 2009 um 21:22 Uhr

    Das Übel sind die Ärztekammern. Sie wurden von den Nazis erfunden, die den versuch machten, die Gesellschaft in Kartelle zu gliedern: Deutsche Arbeitsfront und so weiter. Übrig geblieben sind die Ärzte-Kammern, die völlig überflüssig sind, aber unser Gesundheitssystem unübersichtlich machen und verteuern. Und es sind die Funktionäre dieser Behörden, die auf die Idee gekommen sind, die Patienten als Geiseln zu nehmen, um so ihre unberechtigten Forderungen durchzusetzen. Sie müssen wir angreifen - und zwar mit dem Ziel, sie abzuschaffen. Bürokratie abbauen - an der Stelle wäre das richtig. X.

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