Winterdienst ohne Streusalz u.ä.
Im Dezember wurden Oldenburgs Bürger/-innen mehrfach auf ihre Winterdienstpflicht hingewiesen. Grundstücksbesitzer, so heißt es, hätten dafür zu sorgen, dass bei Schnee und Glätte Gehwege bzw., wenn diese nicht vorhanden sind, ein Streifen von einem Meter Breite in gewissen Tageszeiten freizuräumen sind, damit sich alle Verkehrsteilnehmer/-innen sicher im Verkehr fortbewegen können.Der Oldenburger Bürger schuftet also, noch bevor er seinen Weg zur Arbeit antritt und auch sofort nach Feierabend, und räumt Geh- und Radwege vor seinem Grundstück frei. Streut Split und Sand und hofft, dass niemand ausgerechnet vor seinem Grundstück ausrutscht und sich verletzt.
Und was macht die Stadt Oldenburg? Die erste Zeit hat sie noch dafür gesorgt, dass die Hauptstraßen frei von Schnee und Glätte sind. Vor allem dort, wo sich auch der ÖPNV bewegt. Nun aber, nach mehr als drei Wochen Schnee, ist der Stadt Oldenburg (wie übrigens anderen Städten auch) das Streusalz ausgegangen. Laut einer Pressemitteilung erhalten nur noch Autobahnmeistereien Salzlieferungen. Man solle für diese Situation Verständnis haben, appelliert die Stadt Oldenburg, sein Fahrverhalten anpassen und Auto sowie Fahrrad möglichst stehen lassen. Setzt die Stadt Oldenburg denn nun ihre Leute ein, damit sie die Straßen mit Sand und Split - so wie es die Oldenburger/-innen tun sollen - sicher zu machen? Obwohl dies in der gleichen Pressemitteilung (vom 6. Januar) behauptet wird, kann man nicht viel davon erkennen: Der Schnee bleibt auf den Straßen liegen, Autos und Busse schlittern drüber hinweg, und die Fahrer können froh sein, wenn sie heil ihr Ziel erreichen.
Heißt das eigentlich im Umkehrschluss, dass nun auch die Anwohner ihren Winterdienst einstellen dürfen? Oder sollen die vielleicht mit ihrem Privatvorrat an Split und Sand ein wenig mithelfen, die Straßen wieder verkehrssicher zu machen? Was machen die Angestellten der Stadt, die in salzreichen Zeiten fröhlich mit dem Streuwagen durch die Gegend fahren, nun wirklich, bis auch Oldenburg seinen Anteil am soeben gelieferten marokkanischen Streusalz abbekommt? Wie kommen nun die Menschen, die abhängig von ihrem Zwei- oder Vierrad sind, zur Arbeit? Oder dürfen die vielleicht einfach ihren Chef anrufen und sagen, dass sie nicht sicher zur Arbeit kommen können? (Würde ja unter Umständen sogar auf die sonst streusalzfahrenden städtischen Mitarbeiter zutreffen…)
Fragen über Fragen stellt sich mal wieder der Leuchtturmwaerter…
Aktualisiert am 11. Januar 2010


[Ø 3.94]

» 5 Kommentare
Ein ganz ähnliches Bild ergibt sich im Ammerland. Ganz offensichtlich wurde jetzt an diesem schneereichen Wochenende auch an Hauptdurchgangsstraßen weder geräumt noch Split oder Salz gestreut.
Man fragt sich schon, wozu man eigentlich Steuern bezahlt, wenn auch in diesem Punkt dem Land und den Gemeinden die Sicherheit der Bürger einmal mehr, wohl aus Spargründen, scheißegal ist.
Da nutzt es dann auch nichts mehr, wenn dann der Landrat im Ammerland, längst ohne Not und bestenfalls aus Reklamegründen - kostet ja nix, noch mal schulfrei am heutigen Montag gibt.
genau so in Varel bzw. Friesland. In der Zeitung schreibt man den Leuten vor, dass sie an ihre Streupflicht denken sollen, nur selber macht man nichts. Die Straßen sind rutschig und glatt. Die ersten Unfälle gab es schon.
Was ist übrigens mit der Erderwärmung. Gibt es jetzt immer noch Leute, die an diesen Unsinn mit der Klimakatastrophe glauben? Seltsamerweise hört man davon jetzt auf einmal gar nichts mehr. Wie kann man doch die Bürger in diesem Land aufs Glatteis führen.
Wetter und Klima, werter Andi, sind zwei paar Schuhe - und kalt war es im Vergleich zu den Wintern in den 50ern und 60ern nun wahrhaft nicht. Niederschlag fällt bei Temperaturen unter 0 Grad nun mal als Schnee.

Einfach mal “googeln”, da kann man immer wieder etwas dazu lernen.
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Nachdem die Misere nun doch schon etwas länger anhält, muß ich mal aus meiner Erfahrung, also von “früher” berichten. Ich kann mich noch an Zeiten erinnern, in denen auch Nebenstraßen - auch am Wochenende - zweimal täglich geräumt wurden. Selstverständlich wurde bei Glätte gestreut. An Salz kann ich mich nicht erinnern, wohl aber an Split.
Daß mit solchen Wintern auch heute noch immer mal wieder zu rechnen ist, sollte klar sein. Wenn also jetzt sowohl Personal als auch Streumaterial (Split) fehlt, dann kann da etwas nicht stimmen - und das offenbar bundesweit!
Ich nehme an, daß die (Steuer-) Gelder, die für so etwas da zu sein haben, heute einfach für andere Zwecke veruntreut wurden. Sonst ist eine solche Situation wohl kaum möglich…