An alle Damen und Herren der Oldenburger Ratsfraktionen und an den Oldenburger Oberbürgermeister
Offener Brief (Mail)
An alle Damen und Herren der Oldenburger Ratsfraktionen
und an den Oldenburger Oberbürgermeister
über: Fraktionsbüro von CDU, SPD, FDP, Grüne, Linke, WFO
Betr.: Oldenburg-Pass und ermäßigter ÖPNV
Sehr geehrte Damen Und Herren!
Als Erstes möchte ich die FraktionsekretärInnen der o.a. Parteien bitten, diese Mail an alle Mitglieder ihrer Parteifraktionen weiter zu leiten!
Gestern, wurde mir meine Frage zur Inanspruchnahme des Oldenburg-Passes, wie aus der eingefügten Mail ersichtlich, beantwortet.
In 2009 wurden 3449 Oldenburg Pässe an Bürgerinnen und Bürger ab 15 Jahren ausgegeben sowie 482 Oldenburg-Pässe an Kinder bis 14 Jahre.
Dieses würde bedeuten, dass die Stadt Oldenburg bei einer 50 prozentigen Bezuschussung von Monatskarten für die VWG, ausgehend von einem mit Mengenrabatt ermäßigten Jobticket zum Preis von 28 Euro im Monat, jährlich einen Zuschuss von 579.432 Euro und 57840 Euro für Kindermonatskarten, wenn man bei diesen von einem monatlich Zuschuss von 10 Euro ausgehen würde, im Prinzip bezahlen müßte.
Bei dieser Berechnung kommt man somit auf einen notwendigen Gesamtzuschuss in Höhe von jährlich 637.272 Euro.
Vom Land Niedersachsen wird allerdings schon ein Zuschuss von 550.000 Euro und von der Stadt Oldenburg ein jährlicher Zuschuss von 1,6 Millionen Euro gezahlt.
Alle Oldenburg-Passinhaber sind mit Sicherheit, entweder aufgrund ihrer eigenen finanziellen Stituationen oder aber sogar von Amts wegen dazu verpflichtet, nur soviel für den ÖPNV im Monat auszugeben,
wie z. B. durch die Regelsatzaufteilung im SGB II vorgesehen ist. Und das sind pro Tag für Erwachsene ungefähr 49 Cent für Kinder entsprechend 70 %, wären rund 34 Cent.
Der Niedersächsischen Gemeindeordnung kann man entnehmen, dass an Unternehmen die im Rahmen der Öffentlichen Daseinsfürsorge beauftragt werden für die öffentliche Hand tätig zu werden, Bedingungen an die Auslastung gestellt werden. Ob diese Bedingungen allerdings von der VWG erfüllt werden, wage ich ernsthaft zu bezweifeln. Um hierzu Näheres zu erfahren, besuchte ich vor über einem
Jahr zusammen mit einem Bekannten den entsprechenden Sachbearbeiter der VWG. Ich bat ihn darum, mir mitzuteilen, wieviele Personen kalendertäglich mit wie vielen der täglich gefahrenen Touren und den unterschiedlichen Fahrzeugen, befördert werden.
Leider bekam ich hierzu bis heute keine Antwort von dem Herrn. Dadurch sah ich mich veranlasst einmal selbst eine Berechnung der täglichen Auslatung der Busse vorzunehmen, die man selbstverständlich nur
als laienmäßig betrachten darf. Zumindest kam ich hierbei zu dem Ergebnis, dass mit allen Kalender täglich eingesetzten Bustouren auf allen Linien der VWG 4 - 5 x mehr Personen befördert werden könnten,
als tatsächlich befördert wurden.
Dies dürfte auch ein Grund dafür sein, dass fast jedes Jahr, so wie auch in diesem Jahr die Fahrpreise erhöht werden müssen. Dieses Jahr immerhin bei einem 2 Zonen-Einzelticket Erhöhung um gleich 5 Prozent.
Bei einer hundertprozentigen Auslastung müsste dieser Fahrpreis dann bei 40-50 Cent pro Einzelahrt liegen.
Alle diese Gründe sprechen in meinen Augen eigentlich nur dafür, zumindestens erst einmal für alle Oldenburg-Passinhaber ab 15 Jahre die Monatskarte zum Preis von 14 Euro zu verkaufen, entsprechend für Kinder zum Preis von 10 Euro.
Von einer weiteren Bezuschussung des ÖPNV können in meinen Augen, da ja die bisherige Bezuschussung anscheinend schon weit über die hierfür notwendigen Beträge hinausgeht, durchaus verzichtet werden.
Auch so ist in meinen Augen kaum mit Mindereinnahmen für die VWG zu rechnen, vielleicht würde ja sogar das Gegenteil eintreten?
Ich würde mich freuen, wenn ich alle Damen und Herren des Oldenburger Stadtrates sowie den Herrn Oberbürgermeister Professor Schwandner hiermit davon überzeugen könnte, endlich einmal ganz schnell für den betroffenen Personenkreis und vielleicht ja auch darüber hinaus, effektiv und schnell tätig zu werden. Und zwar im Interesse aller Oldenburger Bürgerinnen und Bürger!
Mit freundlichen Grüßen
Hans-Dieter Wege
PS. Die Mail der Stadt Oldenburg zur Angabe der Anzahl der Oldenburg-Pässe wurde aus Gründen des Persönlichkeitsschutzes der städtischen Mitarbeiterin nicht mit eingefügt
Aktualisiert am 16. Februar 2010

[Ø 4]

» 11 Kommentare
[Ø 4.3]
@Suppenkasper,
>…. die FraktionsekretärInnen der o.a. Parteien bitten, diese Mail an alle Mitglieder ihrer
>Parteifraktionen weiter zu leiten!
selbst ist der Mann! Am 26. Februar v.J. hatten Sie hier in der BZ unter dem Titel “Eine saubere Sache?” einen ähnlichen Beitrag eingestellt.
http://tinyurl.com/yzz7mq9
Dazu möchte ich Sie auf meinen dortigen Kommentar #11 hinweisen, dem ich nichts hinzu zu fügen habe. Die dort gepostete Adressliste müßte allerdings aktualisiert werden und als “mass mailer” verwende ich mittlerweile “TigerTom’s Bulk Email Software” (ttbes.zip), den Sie hier finden: http://www.ttfreeware.com/
Natürlich lassen sich mit so einer Software den Politikern nicht nur bierernste Anliegen vortragen. Ich habe z.B. vor einiger Zeit alle weiblichen Mitglieder des EU-Parlaments angeschrieben und um eine Autogrammpostkarte gebeten. Allerdings kann man sich mit solchen Sachen auch ziemlich unbeliebt machen. Nicht bei den Angeschriebenen, sondern bei seinem Briefträger.
Pobatschnig K.
@Pobatschnig Karl ! Unbeliebter brauche ich mich wohl ganz bestimmt nicht mehr zu machen.
Ich konnte mich zwar an Ihren Kommentar mit den Links erinnern, aber nicht mehr daran zu welchem Beitrag Sie diesen geschrieben hatten.
Aber es geht ja auch so und eine durchaus freundliche Eingangs-und Weiterleitungsbestätigung einer FraktionsmitarbeiterIn habe ich auch schon erhalten.
Und eigentlich kann es ja auch überhaupt keinen Grund geben meine Mail unter den Teppich zu kehren.
Beste Grüße
Suppenkasper
Linke: Sozialer Bus und höhere Steuern
HaushaltFraktion präsentiert Papier
Oldenburg - Ein VWG-Sozialtarif,
Zur Gegenfinanzierung sollen u.a. Steuererhöhungen dienen.
Beim Busverkehr möchte die Fraktion einen Sozialtarif verankern, durch den sich der Fahrpreis für Inhaber des Oldenburg-Passes um die Hälfte reduziert. Den erforderlichen Zuschuss kalkuliert die Linke mit 350 000 Euro. Nach den Erfahrungen in Köln könne man wegen der gesenkten Preise von zusätzlichen Fahrgästen ausgehen.
Hier zu 3 noch der Link:
http://www.nwzonline.de/index_regionalausgaben_stadt_oldenburg_artikel.php?id=2258416&
@, 2
Einen offenen Brief zu schreiben ist zwar richtig, schon wegen der notorischen Trägheit so mancher Stadträte in dieser Angelegenheit, man sollte aber, wenn man die Gemeindeordnung zitiert, auch die genaue Fundstelle angeben, in der die Bedingungen für eine Auslastung der Busse formuliert worden sind. Zudem halte ich eigene Berechnungen zur Auslastung der Busse anzustellen für problematisch. Solche Berechnungen können doch nur auf Vermutungen basieren und haben kaum empirischen Wert. Zwar kann ich mir vorstellen, dass Kapazitäten nicht ausgelastet sind, andererseits habe ich aber auch die Erfahrung von stetig überfüllten Bussen der Linien 306 und 310 gemacht. Mit diesen Linien fahren vor allem Studenten der Universität Oldenburg, der Fachhochschule, Schüler der BBS und, wenn sie noch hineinpassen, Kunden von Famila. Oftmals muss man als Fahrgast erleben, dass man wegen Überfüllung nicht mehr zusteigen kann. Auch durch den Einsatz von Langbussen, hat sich diese Situation - besonders in den Wintermonaten - nur wenig gebessert. Ich wäre also vorsichtig mit der Auslastung von Buskapazitäten zu argumentieren, denn überfüllte Busse, in denen Menschen eingepfercht wie Schweine transportiert werden sollen - und das auch noch ohne Tierschutzgesetz! - halte ich nicht für sonderlich empfehlenswert. Auch nicht unter dem Sicherheitsaspekt. Immer wieder kommt es vor, dass Fahrgäste, salopp gesagt, sich ihre Nasen an der Frontscheibe plattdrücken müssen, obwohl eigentlich verboten! Also notfalls müssen die Kapazitäten auch erhöht werden können. Das Argument der Kapazitätsauslastung ist genauso marktwirtschaftlich gedacht wie das Argument mit der Gegenfinanzierung, von der man anscheinend alles abhängig machen will, obwohl - will man den Ausführungen des Fraktionsvorsitzenden der Linken im Ratswecker Glauben schenken - eine Gegenfinanzierung scheinbar gar nicht notwendig ist, wenn die Stadt einerseits den ÖPNV mit 1,6 Mio.€ bezuschusst, andererseits aber aus der Konzessionabgabe 1,9 Mio.€ zurückerhält. Abgesehen davon zeigt die Einführung des Studitickets, dass doch viele Studenten vom Fahrrad auf den Bus umgestiegen sind und diesen auch häufig nutzen, selbst in den Sommermonaten. Also ein Argument für das Sozialticket! Auch Hartz IV-Empfänger und andere Gruppen, würden den Busverkehr wahrscheinlich häufiger nutzen, so dass es sich für die VWG wahrscheinlich sogar lohnen würde.
“Beim Busverkehr möchte die Fraktion einen Sozialtarif verankern, durch den sich der Fahrpreis für Inhaber des Oldenburg-Passes um die Hälfte reduziert. Den erforderlichen Zuschuss kalkuliert die Linke mit 350 000 Euro.”
Gemessen an den Preisen eines Jobtickets von 28-35 €, halte ich diese Forderungen für nicht weitgehend genug. Ein Monatsticket würde dann immerhin noch 21.70€ kosten. Viele werden sich überlegen, ob sie dieses Geld überhaupt aufbringen wollen, zumal weitere Kosten entstehen, wie zum Beispiel der Zusatzbeitrag der Krankenkassen. Man sollte sich bei der Festlegung der Fahrpreisermäßigung für Hartz IV-Empfänger auch an deren Regelsatz orientieren, in dem ja nur 15€ für Mobiliät vorgesehen sind. Auch wenn man nicht von dem Erwerb eines Monatstickets in jedem Fall ausgehen kann, würden bei Halbierung der Fahrpreise nur knapp 7,5 Hin- und Rückfahrten monatlich für einen Hartz IV-Empfänger herauskommen.
@ G. Ho.!
So schwierig ist das gar nicht mit der Berechnung der Auslastung, da ja die tatsächlichen Beförderungszahlen eines Jahres veröffentlicht wurden.
Und die Buslinien, die unterschiedlichen Fahrzeuge, und die ungefähr gefahrenen Touren kann man auch aus der Internetseite der VWG entnehmen.
Aber natürlich haben Sie recht, ganz genau kann das nur die VWG wissen, aber die will wohl anscheinend die Zahlen gar nicht so gern herausrücken.
Und das auf hoch frequentierten Buslinien zu wenig Fahrzeuge eingesetzt werden ist in meinen Augen ein anderes zusätzliches Problem.
Aber eine gute Auslastung aller eingesetzten Busse könnte sich natürlich selbstverständlich positiv auf eine mögliche Senkung der Fahrkosten auswirken.
Total überfüllte Busse meinte ich jedenfalls nicht.
Auch ein sozialistisch denkender Mensch muss ja in gewisser Weise auch wirtschaftlich denken und leer durch die Gegend fahrende Busse haben doch bestimmt mit Vernunft nichts zu tun.
Nur die sinnvollsten Verbesserungen sollten sich in meinen Augen durchsetzen!
Aber bestimmt nicht solche Sprüche, wie aus der Linksfraktion, sie würden zusätzliche Kosten von 350.000 Euro kalkulieren. In Zeiten klammer Haushaltsmittel der Kommunen liefert man dann ja in meinen Augen gleich den Grund dafür mit, den eigenen Antrag vielleicht gleich abzulehen.
In diesem Moment wäre das dann in meinen Augen linke ALIBI-Politik.
Beste Grüße
Suppenkasper
@ G. Ho.!
So schwierig ist das gar nicht mit der Berechnung der Auslastung, da ja die tatsächlichen Beförderungszahlen eines Jahres veröffentlicht wurden.
Und die Buslinien, die unterschiedlichen Fahrzeuge, und die ungefähr gefahrenen Touren kann man auch aus der Internetseite der VWG entnehmen.
Aber natürlich haben Sie recht, ganz genau kann das nur die VWG wissen, aber die will wohl anscheinend die Zahlen gar nicht so gern herausrücken.
Und das auf hoch frequentierten Buslinien zu wenig Fahrzeuge eingesetzt werden ist in meinen Augen ein anderes zusätzliches Problem.
Aber eine gute Auslastung aller eingesetzten Busse könnte sich natürlich selbstverständlich positiv auf eine mögliche Senkung der Fahrkosten auswirken.
Total überfüllte Busse meinte ich jedenfalls nicht.
Auch ein sozialistisch denkender Mensch muss ja in gewisser Weise auch wirtschaftlich denken und leer durch die Gegend fahrende Busse haben doch bestimmt mit Vernunft nichts zu tun.
Nur die sinnvollsten Verbesserungen sollten sich in meinen Augen durchsetzen!
Aber bestimmt nicht solche Sprüche, wie aus der Linksfraktion, sie würden zusätzliche Kosten von 350.000 Euro kalkulieren. In Zeiten klammer Haushaltsmittel der Kommunen liefert man dann ja in meinen Augen gleich den Grund dafür mit, den eigenen Antrag vielleicht gleich abzulehen.
In diesem Moment wäre das dann in meinen Augen linke ALIBI-Politik.
Beste Grüße
Suppenkasper
@, 7,8
Hm, wer ist denn nun wer? Ist Suppenkasper Christ oder Christ Suppenkasper, oder sind beide identisch? Sollte da etwa jemand mit sich selbst diskutieren?
@G. Ho!
Da scheint wohl jemand für Verwirrung sorgen zu wollen!
http://www.unruhestiften.de/
Gruß vom
(Christlichen) Suppenkasper
@Suppenkasper,
>Unbeliebter brauche ich mich wohl ganz bestimmt nicht mehr zu machen.
Ist schon klar: weiß, deutsch und heterosexuell.
>(Christlichen) Suppenkasper
Und auch noch christlich!
Gewissermaßen das gutmenschliche Feindbild par excellence.
Pobatschnig K.