Das ferne Land Utopia
WERKSTATTFILM präsentiert am Internationalen Museumstag
“Das ferne Land Utopia”
Werkschau des namhaften Filmregisseurs Sohrab Shahid Saless
Sonntag, 16. Mai 2010, 19:00 Uhr im Vortragssaal des PFL

Die Hoffnung auf ein anderes, ein besseres Leben treibt viele Menschen um, für viele bleibt es ein Traum. Nur wenige Oldenburger wissen, dass der Nachlass eines solchen Träumers, des international vielfach geehrten Filmregisseurs Sohrab Shahid Saless, in ihrer Stadt verwahrt und gepflegt wird. Sogar das Drehbuch für “Rosen für Afrika”, der 1992 den deutschen Filmpreis erhielt, entstand in den achtziger Jahren in Oldenburg.
Nun bietet Werkstattfilm e.V. anlässlich des Internationalen Museumstags am 16. Mai die Möglichkeit, einen Einblick in das Leben und Schaffen des Filmpioniers zu erhalten. Filmausschnitte, Fotos und Dokumente des namhaften Regisseurs werden um 19.00 Uhr im Vortragssaal des PFLs von Farschid Ali Zahedi vorgestellt. Alle Filmliebhaber haben nach der Veranstaltung die Chance, einen der am besten besprochenen Filme Sohrab Saless in voller Länge zu genießen.
Sohrab Shahid Saless studierte Dramaturgie und Regie in Wien und Paris. Danach drehte er mehr als 20 kurze Dokumentarfilme für das Iranische Ministerium für Kultur und Kunst. 1971 erhielt er eine Goldmedaille beim Teheraner Festival. Für den Spielfilm “Ein einfaches Ereignis” wurde er mehrfach international ausgezeichnet. 1974 verließ Saless als Gegner des Schahs-Regimes den Iran.
Viele seiner Spielfilme fanden internationale Anerkennung. Tabiate Bijan/Stilleben, sein letzter persischer Film, wurde 1974 bei den Berliner Festspielen mit dem “Silbernen Bären” ausgezeichnet. Die Filme, die er in der Folgezeit drehte: “In der Fremde”, “Reifezeit” und “Tagebuch eines Liebenden”, brachten ihm höchste Anerkennung ein. 1981 erhielt er für “Grabbes letzter Sommer” drei Mal den Adolf-Grimme-Preis in Gold für das beste Drehbuch, den besten Darsteller und die beste Regie. “Utopia” und “Der Weidenbaum” sind weitere beachtenswerte Filme. “Rosen für Afrika”, sein letzter Film in Deutschland, entstand 1991 in Zusammenarbeit mit dem ZDF.
Saless wollte Filme machen, wie sein Lieblingsautor, Anton Tschechow, Geschichten geschrieben hat: Arm an Handlung, differenziert in der Stimmung, genau in der Beobachtung der Personen. Diese häufig düsteren Filme erzählen von Einsamkeit, Unterdrückung und Leid. Es gab nie gefällige oder modische Schnittfolgen. Der Rhythmus verweigerte sich der bequemen Rezeption. Es waren eigenwillige, spröde Kunstwerke, die kommerziell nicht erfolgreich sein konnten. Sie schildern scheinbar einfache, alltägliche Ereignisse, die durch ruhige und genaue Bilder ins Beispielhafte gehoben werden.
Termin: Sonntag, den 16.05.2010 um 19:00 Uhr
Veranstaltungsort: Vortragssaal im PFL, Peterstr.3, 26121 Oldenburg
Eintrittspreis: 2 EUR
Aktualisiert am 12. Mai 2010




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